| Heinz Haug / 28.11.2001 | Eine leidenschaftliche Kulturvermittlerin | In Wohlen zeigt Friederike Schmid, wie man mit Kunst besser kommunizieren kann. | Friederike Schmid betreibt in Wohlen ein spezielles Büro für Kommunikation: «Communication by Art». Sie sucht das Ganzheitliche zwischen den scheinbaren Gegensätzen von wirtschaftlichen Interessen und Kunst. |  | Friederike Schmid hat ein Ziel. Sie will die Kunst zu den Leuten bringen. Sie möchte Türen öffnen und Verständnis wecken. Aufzeigen, was für eine Bereicherung die Auseinandersetzung mit Bildern und Skulpturen sein kann. Dabei macht sie keinen Unterschied zwischen Behörden, Firmen oder privaten Personen. Gute Kunst hilft überall: bei der Vermittlung von Inhalten oder bei der Bewältigung des Alltags. Friederike Schmid springt ein, wo Not an der Frau ist. «Es sind aber nicht die so genannten Künstler wie Knie, Erni oder Hundertwasser, die unser Leben bereichern», sagt Schmid. Sie hat klare Vorstellungen und hat sich zu diesem Zweck eine Kulturpyramide geschaffen. Ganz zuunterst die Hobby- und die repetitive Kunst. Schon besser die innovative Kunst, und ganz oben, die museale Kunst. Kunstpyramide
| Kunst im VerkehrskreiselDie Frau kennt keine Berührungsängste. Kunst, sofern es gute ist, passt für sie überall hin. Auch in einen Verkehrskreisel. Im bernischen Bützberg hat sie ihr erstes Kreiselprojekt realisiert. Rund zwanzig neu zu bauende Verkehrskreisel stehen im Aargau an, davon ein ganz wichtiger im Freiamt: der Wohler Kirchenplatzkreisel. «Ich habe bei der Gemeinde mein Interesse angemeldet und hoffe, bei der künstlerischen Umsetzung beteiligt zu sein», erzählt Schmid. Dabei bietet sie ganzheitliche Lösungen an. Will heissen: sie sucht Künstler und Sponsoren. Sie erklärt: «Es soll nicht einfach ein Objekt von irgendeiner Künstlerin oder irgendeinem Künstler in der Mitte stehen. Es muss passen. Die Installation soll den Ort verschönern. Ihn interessanter machen und eine Bereicherung sein für die Ortschaft.» Dabei hat sie keine Mühe, einen Verkehrskreisel auch als einen Ort der Begegnung zu bezeichnen. | Ganzheitliches Denken«Mit meinen Projekten verhelfe ich Firmen und öffentlichen Organisationen zu mehr Einzigartigkeit und vermittle ihnen neue Dimensionen», ergänzt Friederike Schmid. Und in der Tat: Wer die dynamische und zielstrebige Macherin schon mal live erlebt hat, der zweifelt keinen Moment, dass sie ihre Ziele erreicht. Notabene zum Nutzen ihrer Kunden. «Ganzheitliches Denken ist gefordert, das nicht nur finanzorientiert ist, sondern auch auf kulturelle, soziale und ökologische Belange Rücksicht nimmt», sagt die Powerfrau und zeigt an ihren eigenen Projekten gleich wies gemeint ist. Am nächsten Wochenende eröffnet sie in ihren eigenen Büroräumen und in dem dazugehörigen Schiffsbau an der Unteren Haldenstrasse 31 in Wohlen eine Ausstellung. Sie zeigt Werke der vier Schweizer Künstler Garo, Goetz, Realini und Thomann sowie Glasskulpturen des Griechen Costas Varotsos. Die Einladung hat sie auf durchsichtiges Papier gedruckt, in einem grünen Ton, ganz wie Glas. Hinter dem Ganzen steckt ein Konzept, ein ganzheitliches eben. | Musisch vorbelastetSeit fünf Jahren wirkt und arbeitet die zweifache Mutter in Wohlen. 1979 kam die Fünfzehnjährige Münchnerin mit ihren Eltern in die Schweiz, ins Rheintal. «Was die Kunst betrifft, bin ich vorbelastet», gesteht Friederike Schmid, «zu Hause wurde viel musiziert.» Nach der Matura musste aber etwas Handfestes studiert werden: Betriebswirtschaft an der Hochschule in St. Gallen. Zwei Jahre arbeitete sie in der Marketingabteilung der Biber Holding. Mit ihrem Mann zog sie nach Bern und 1996 nach Wohlen. «Ich finde rasch Kontakt und so gefällt es mir auch in Wohlen sehr gut.» Mindestens einen Tag pro Woche engagiert sie sich ehrenamtlich für den Verband BPW (Business and Professional Women Switzerland). Eine Organisation, die Frauen hilft, sich in der Berufswelt besser zurechtfinden. |
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