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 Artikel im Wohler Anzeiger
28.03.08 / dm
Reflexion über Ort, Historie, Zukunft
Kreiselkunst-Wettbewerb in Root – Projektleiterin war Friederike Schmid aus Wohlen, Communication by Art |
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Unter Wohler Projektleitung gekürt, das Siegerprojekt von Root von Costas Varotsos: Die Kreiselkunst
beinhaltet eine 18 Meter hohe, gebogene Stahlnadel auf dem einen Kreisel, eine Betonhemisphäre auf dem anderen Kreisel und ein leuchtendes
Verbindungskabel.

Foto: Markus Senn
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Futuristisch und dynamisch sieht das Projekt aus. Gleich zwei Kreisel sollen mit einem Kunstwerk verbunden werden. Dies
ist der Sieger eines Wettbewerbs in Root. Projektleiterin war die Wohlerin Friederike Schmid. Könnte sie sich etwas Ähnliches in Wohlen
vorstellen?
dm -- Der Grieche Costas Varotsos überzeugte die Jury im Luzernischen mit seiner einzigartigen, dynamischen Verbindung von zwei Kreiseln.
«tension – energy» heisst das Siegerprojekt des internationalen Kreiselkunst- Wettbewerbs. Die Elemente des Siegerprojekts sind eine 18 Meter hohe,
gebogene Stahlnadel auf dem einen Kreisel, eine Betonhemisphäre auf dem anderen Kreisel und ein leuchtendes Verbindungskabel. Der Grieche ist in der
Schweiz kein Unbekannter: Für sein 2001 in Bützberg errichtetes Kunstwerk gewann er die Auszeichnung «Schönster Kreisel der Schweiz».
Projektleiterin war Friederike Schmid, Geschäftsleiterin von Communication by Art in Wohlen, Kunst am Bau, Kunstprojekte, Wettbewerb. Sie hat
bereits mehrere Kreiselkunstwerke in der Schweiz realisiert. Schmid erhofft sich von «tension – energy», dass es sich zu einem der bedeutendsten
Kreiselkunstwerke der Schweiz entwickelt. Und dass sie vielleicht auch einmal ein Projekt in Wohlen angehen könnte. Warum nicht?
«Aus der Kraft und der Vision eines Ortes geboren»
In Wohlen wird ja die Kreiselstrategie vorangetrieben. Und mit Schmid lebt eine Expertin in Wohlen. Eine ideale Verbindung. Könnte sie sich nicht
vorstellen, ein solches Projekt in Wohlen anzupacken? «Ich würde liebend gerne hier in Wohlen etwas machen. Ich denke, man müsste sich da ganz
allgemein zum Wohler Auftritt Gedanken machen», betont sie und nennt Beispiele: Wie will man als Stadt wahrgenommen werden? Wo liegen die Stärken
und Schwächen der Gemeinde? Wie lautet die Vision, wo will Wohlen in 10, 20 Jahren stehen? «Ein Kreiselprojekt, wie ich es verstehe, ist nicht nur
das Hineinstellen einer schönen Skulptur in den Kreiselmittelpunkt. Sondern das ist ganz stark auch Reflexion über den Ort, die Historie, die
Zukunft, die Architektur, die Menschen und vieles mehr. Nur dann macht Kunst und Kultur Sinn. Wenn sie aus der Kraft und der Vision eines Ortes
geboren wird und die Energie des Raumes weitertragen kann.» So könne ein Werk auch wirklich die Menschen anregen, mit seiner Ausstrahlung «neue
Impulse kreieren und Werte transportieren, die nach innen und aussen wirken».
Demokratisch finanziert und getragen
Nur – und das ist eine zentrale Frage in Wohlen – wie ist ein solches Projekt überhaupt finanzierbar? Normalerweise werde der Wettbewerb von der
Gemeinde oder einem Sponsor finanziert. Der Wettbewerb schliesst die vorher beschriebenen Analysen mit ein. Anschliessend werden drei bis fünf
Künstler zur Projekteinreichung eingeladen.
«Wenn das Siegerprojekt gekürt ist, geht man auf Sponsorensuche. Dort unterstützt normalerweise nochmals die Gemeinde oder ein Sponsor, sozusagen
als Impuls für andere», so Schmid. Und dann könne man sehr breit fahren. «Ein Musterbeispiel ist Steffisburg. Dort haben wir von Kleinstbeträgen
privater Sponsoren bis hin zu Beiträgen von Unternehmen, der öffentlichen Hand, Institutionen und Naturalsponsoring von Lieferanten alles erhalten.
Es ist ein sehr demokratisch finanzierter und getragener Kreisel.»
In Wohlen durch alle Kreisel einen Fil Rouge führen
Beim Kirchenplatzkreisel in Wohlen könnte sich Friederike Schmid beispielsweise vorstellen, «dass die Kirche mithilft». Man müsste das von Fall zu
Fall anschauen. Die Finanzierung des Kunstwerks in Root erfolgt mittels Fundraising bei Privaten und Firmen, bisher sind 150 000 Franken
zusammengekommen. Die Gemeinde Root hat einen Beitrag von 30 000 Franken bewilligt.
Bei welchem Kreisel würde sich ein solches Projekt in Wohlen überhaupt aufdrängen? Etwa beim Kirchenplatz, beim «Bären» – oder bei den Kreiseln, die
in Planung sind: Wohlerhof, Rex, Anglikon? «Meine Vision wäre – da Wohlen ja eine recht zerrissene Gemeinde ist, ohne dominantes Zentrum – wenn man
durch alle Kreisel einen Fil Rouge führen könnte. Das heisst, dass man Kernideen herausschält und diese nach und nach umsetzt », betont die
Expertin. «So könnte man für alle Kreisel kostengünstig eine einzige Analyse machen. Und so wären die gemeinsam gestalteten Kreisel eine Art
«künstlerische Klammer, die eine Einheit ins Stadtbild von Wohlen brächten». |
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